Von MEINEM besonderen Kind, Problemen, Petzen und Angeben im Kindergarten

Ich habe ein besonderes Kind.

„Besonderes Kind“ bedeutet im heutigen Sprachgebrauch ja meist, dass das Kind eine Behinderung, eine Entwicklungsstörung oder dergleichen hat. Hat meine Tochter nicht, jedenfalls nichts Diagnostiziertes.

Was macht meine Tochter dann „besonders“, mal abgesehen, dass jedes Kind für seine Eltern etwas Besonderes sein sollte? Sie ist schlau. Sehr schlau. Und meistert viele Dinge früher als andere.

Sie hat das Krabbeln übersprungen und konnte mit knapp 9 Monaten laufen, wackelig zwar, aber eindeutig auf ihren zwei Beinchen.

Babysprache kam ihr nie über die Lippen, sie hat sehr früh Wörter richtig und deutlich gesprochen und ging dann nahtlos auf Drei-Wort-Sätze über.

Sie war an allem interessiert und hat uns Löcher in den Bauch gefragt. Tut es noch.

Natürlich waren (und sind) wir stolz auf unsere Tochter, sie ist für uns was Besonderes, aber wir haben nie gedacht, sie wäre anders als andere Kinder. Es hat doch jedes sein eigenes Tempo. Sie ist halt in ihren frühen Lebensjahren schnell, andere werden es später sein, wenn sie mal den ersten Gang einlegt. Kein Problem.

Dann kam sie in den Kindergarten und plötzlich gab es Probleme.

Sie wollte mit ihren 2,5 Jahren nicht mit Gleichaltrigen spielen sondern hing sich immer an die Älteren. Für meine Tochter war es kein Problem, obwohl die Älteren ja immer nach einiger Zeit weggingen, in die Schule. Warum es für die Erzieher ein Problem war, das in Elterngesprächen thematisiert wurde, weiß ich bis heute nicht.

Ein weiteres Problem war, dass meine Tochter in den Augen der Erzieher eine Petze war. Lange konnte ich mir das Verhalten meiner Tochter nicht erklären. Beispiel: Sah sie ein anderes Kind durch das Fenster des Spielhauses klettern, sagte sie es sofort der Erzieherin. Die Erzieherin schimpfte sie für’s Petzen und beschwerte sich bei mir darüber.

Erst viel später wurde mir von unserer Kinderärztin (die auch Kinder- und Jugenpsychologin ist) erklärt, dass mein Kind nicht petzte, sondern eine Rückversicherung brauchte, ob die Regel noch gilt. Man hatte ihr erklärt, dass man beim Spielhaus nicht die Fenster, sondern die Tür als Ausgang benutzt, weil sonst das Haus kaputt geht oder man sich verletzt. Für sie war das klar und sie hielt sich dran. Hat sich ein anderes Kind nicht daran gehalten, hat sie das nicht verstanden und sie wollte von der Erzieherin wissen, ob die Regel noch gilt oder ob man dem anderen Kind nochmal sagen sollte, dass es sich dabei verletzten könnte.

Dann brachte sie sich das Lesen bei. Ich wage zu behaupten, dass sie weder das erste noch das einzige Kind ist, das jemals so etwas konnte. Häufig sah man sie nun in der Kindergartengruppenkuschelecke mit dem Buch in der Nase – ihre bis heute bevorzugte Haltung.

Nicht lange danach fing sie an, den Kindern um sie rum etwas vorzulesen. Dies wurde ebenfalls zum Problem. Vorlesestunden sind in altersgemischten offenen Gruppen, mit vielen Kindern ohne Deutschkenntnisse, zumindest bei unserem Kindergarten eine Seltenheit gewesen. Kinder, die gerne Geschichten hörten, gab es aber in der Gruppe und so scharten sich immer 3 – 4 um meine Tochter, um zuzuhören. Woraufhin ihr die Erzieherinnen die Bücher wegnahmen und sagten, Lesen wäre noch nicht dran, sie solle nicht so angeben.

Ihr letztes Kindergartenjahr war geprägt von Langeweile und sie freute sich wie Bolle auf die Schule.

Die Einschulungsprozedur mit Vorstellungsgesprächen, Untersuchungen lief an. Kind demonstrierte freudig, was sie schon kann, Schulleitung und künftige Klassenlehrerin waren begeistert. Erster Schultag.

Schnitt.

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Pausenbrote

Mal wieder aufgespießt: Vollkornbrot (mit Frischkäse und Tomatenmark bestrichen),
Paprikastückchen, Cherry-Tomaten und Würstchenstückchen. In der kleinen
Schale ist ein Dip aus Quark, Joghurt, Kräutern. Die Dosen der Kinder waren liebe-
voller gepackt und enthielten noch eine Banane. Aus Zeitgründen hatte ich die nicht
mehr fotografieren können, deshalb zeigt das Bild oben den Rest, den ich für mich
ins Büro mitgenommen habe.

 

Am Sonntag haben wir die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken. Die ersten Kostproben
gab es hier als Nascherei mit. Dazu gab es Vollkornbrot mit Käse, Salat und Tomate,
Walnusskerne und eine Mandarine.

Reste vom Abend vorher: Bagel mit Thunfischsalat (Thunfisch aus der Dose, etwas
Miracle Whip, Schmand, kleingeschnittene Cornichons und geriebener Gouda),
Cherry-Tomaten, Weintrauben, eine Mini-Paprika, ein selbstgebackenes Plätzchen
und ein kleines Täfelchen Schokolade. Zicke 1 hat einen ganzen Bagel dabei. Zicke2
war das zuviel, deshalb hab ich ihren halbiert und wunschgemäß noch eine Mini-
Paprika in orange beigelegt.

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Pausenbrot 3

Roggenmischbrot mit Butter und Käse-Häschen, Mini-Kabanossi, Cherrytomaten und Trauben-Emmentaler-Spießchen

Das eigentlich vorgesehene Vollkornbrot ist in meiner Brotdose gelandet, die Kinder haben gemeutert, nachdem es gestern abends schon Vollkornnudeln gab … Zicke2 hat zudem noch die Kabanossi verweigert und stattdessen Knabberbrezeln mitgenommen.

Die Menge an Pausenbroten etc. passe ich an den Speiseplan der Schulmensen an. Beide Kinder kommen erst gegen 15:00 Uhr nach Hause: die Kleine vom Grundschulhort, die Große hat einen langen Schultag im und -weg zum Gymnasium. Wenn ich weiß, dass es etwas gibt, was die Zicken absolut nicht essen (Griesbrei zum Beispiel), packe ich ein paar Häppchen mehr ein.

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Pausenbrote 2

Heute früh wurde ich schlagartig daran erinnert, dass ich gestern eigentlich Brot kaufen wollte… Naja, gibt es halt nicht nur zum Frühstück, sondern auch in der Pause Toast. Ein Salami-Käse-Sandwich, eine Käsetoasttulpe, Granatapfelkerne (Rest von gestern) und Walnusskerne.
Heute gab es keine extra Süßigkeit mit, dafür einen Schuß Himbeersirup in die Wasserflasche.

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Halloweenerinnerung

Obwohl Halloween, wie es heute gefeiert wird, keine urdeutsche Tradition ist, mag ich diesen Tag der Süßwarenumverteilung sehr gerne.

Ich bin in einer ländlichen Gegend aufgewachsen. Im späten Herbst haben wir während meiner Kindheit Zucker- oder Futterrüben vom Acker gekl…. besorgt und daraus dann Geisterlampen geschnitzt. Diese Lampen wurden bei Anbruch der Dunkelheit von Tür zu Tür getragen, davor abgestellt und wenn man geklingelt hatte, rannte man schnell weg, um sich zu verstecken. Um die unruhigen Geister zu besänftigen und sich weitere Klingelattacken zu ersparen, wurde ihnen von den Bewohnern eine kleine Nascherei geopfert. Es muss in unserer Gegend eine sehr alte Tradition sein. Ich erinnere mich, dass meine 1911 geborene Oma uns beim Rübenschnitzen half und erzählte, wie sehr sie das „Ruabagoischdra“ (Rübengeistern, siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCbengeistern) in ihrer Kindheit geliebt hat und dass auch ihr Vater schon als Kind kunstvolle Laternen gefertigt habe.

Ich mag die aufgeregte Vorfreude meiner Kinder, wenn wir im Supermarkt den besten Kürbis für die grusligste Fratze aussuchen. Ich male hingebungsvoll Spinnennetze samt Bewohner auf Stirnen oder Blutschmierer auf weißgeschminkte Gesichter.
Gestern abend, als sich meine beiden Vampire im Badezimmer wieder in Zicke 1 & 2 zurückverwandelten, ergab sich zwischen den beiden folgendes Gespräch:

Z2: Ich mag Halloween, das ist nach Geburtstag und Weihnachten mein liebstes Fest.
Z1: Ja, finde ich auch, aber nicht wegen der vielen Süßigkeiten.
Z2: Warum denn dann?
Z1: Weil wenn Halloween vorbei ist, dann fängt bald die Zeit an, wo Mama Tee gekocht hat, wenn wir von der Schule kommen, und wir uns auf’s Sofa kuscheln, Kerzen anzünden und Plätzchen essen und Mama Geschichten vorliest.

Und ich erinnerte mich an Rauch von Kartoffelfeuern auf dem Feld beim Rübenschnitzen,  an den Duft von gebackenem Plätzchenteig am 1. November, dem Tag, an dem in unserer Familie traditonell mit dem Backen von Weihnachtsplätzchen begonnen wurde, und an das Knistern vom Kandiszucker im heißen Tee.

Und dann legte ich die Plätzchenformen bereit.

 

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Pausenbrote

Für Zicke1: Roggenmischbrot mit Butter,
Clementine, Granatapfelkerne, Mini-Babybel-
Emmentaler Art, Mini-Frikadelle am Spieß und
eine kleine Rolle Traubenzuckerbonbons.

Das Pausenbrot für Zicke2 enthält statt dem
Mini-Babybel eine Stange Cheesestrings.

Meine Kinder sind mäkelig und essen nicht alles. Da sie , im Gegensatz zu mir, aber eher Richtung Untergewichtung tendieren, ist es mir wichtig, ihnen ihr Pausenbrot schmackhaft zu machen. Ich habe festgestellt, dass weitaus weniger wieder mit nach Hause gebracht wird, wenn ich den normalen Snack ein bisschen aufhübsche.

Die Brotdosen hier im Bild sind die ganz einfachen Klappklickdosen, die es gelegentlich beim Discounter mit dem großen A mit Vollkornbrot gefüllt gibt. Die beiden Schälchen sind Silikon-Muffinformen (vom Kaffeeröster, bei dem es mehr anderes Gedöns als Kaffee gibt). Ich nehme die Teile sehr gerne. Die Brotdose nimmt zum einen in den Schultaschen wenig Platz weg. Die Muffinförmchen passen so in die Dose, dass der Deckel die Förmchen transportsicher verschließt und die mitgegebenen Kleinteile wie Obst, Rohkost, Nüsse oder auch mal Knabberbrezeln beim Transport nicht durcheinander gewirbelt werden.

Ich hätte die Mini-Frikadellen auch einfach so in die Box packen können, aber Spieße sind – aus irgendeinem Grund – für meine Kinder interessanter. Außdem können sie zum Essen das Holz anfassen und die Finger werden nicht so schmierig.

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Liebe Schulleitung

Ich freue mich sehr, dass sie Zicke2 als selbstbewusstes, vertrauensvolles und fröhliches Mädchen charakterisieren. Auch glaube ich gerne, dass Sie nach 25 Jahren Berufserfahrung einen Blick dafür haben, ob in einer von Ihnen besuchten Unterrichtsstunde tatsächlicher Unterricht gelebt oder etwas Aufgesetztes vorgeführt wird. Was ich jedoch nicht glaube ist, dass Sie aufgrund dieser einzigen besuchten Unterrichtsstunde Rückschlüsse ziehen können auf das Gebaren der Klassenlehrerin während der letzten 2 ½ Jahre. Und dass ich meinem Kind Probleme einrede, wo es selbst gar keine sieht.

Ich kenne mein Kind. Gut genug um an seinem Verhalten zu erkennen, ob es unbelastet aus einer konfliktfreien Unterrichtsstunde kommt oder ob etwas vorgefallen sein muss, das es beschäftigt. Etwas, das Sie – mit Verlaub – nach 45 Minuten Unterrichtsbesuch nicht beurteilen können, zumal Sie dem Namen meines Kindes zu Beginn nicht mal ein Gesicht zuordnen konnten.

Zicke2 erzählte mir also in den letzten zwei Jahren immer wieder von pädagogischen Fehlleistungen ihrer Klassenlehrerin (mit dem Smartphone surfen während des Unterrichts, Verhängen von Kollektivstrafen, Anschreien von Kindern, den Schülern in den heißen Sommermonaten das Trinken während des Unterrichts verbieten und dabei selbst von der Teetasse nippen etc. ), weshalb ich mich zum Eingreifen genötigt sah.

Wenn mein Kind sich zu Weihnachten und Geburtstag nichts anderes wünschte, als nie wieder bei der Klassenlehrerin Unterricht haben zu müssen;

wenn mein Kind bei der Ankündigung, in der 3. Klasse eine neue Lehrerin zu bekommen, losjubelt;

wenn mein Kind dann aber bei der Nachricht, dass es doch wieder die gleiche Klassenlehrerin haben wird, mit den Worten reagiert „Ich glaube aber, dass wir schlecht für Frau XY sind. Da muss sie wieder so viel schreien, verliert ihre Stimme und wird wieder so viel krank“ und es darum bittet, von den Freundinnen weg- und in eine andere Klasse zu kommen;

wenn das alles also zusammenkommt, denke ich, dass ich als Mutter in der Pflicht bin, der Sache auf den Grund zu gehen.

Anscheinend qualifiziert mich dies in Ihren Augen als übervorsorgliche Helicopter Mum.

Warum wurde mir vorgeworfen, ich würde mein Kind sehr viel fragen? Natürlich frage ich mein Kind: nach seinem Tag, seinen Erlebnissen, seinen Wünschen. Erstaunlicherweise antwortet es sogar. Bisher war ich der Ansicht, dass das eine gesunde familiäre Kommunikation ist. Anscheinend liege ich hier aber falsch und praktiziere in Ihren Augen inquisitorische Verhörmethoden, um an Informationen zu kommen, über die ich mich aufregen kann.

Meine Kinder sprechen mit mir: über ihren Tag, ihre Erlebnisse, ihre Wünsche. Und auch über ihre Sorgen. Sie erzählen mir nicht immer alles. Und nicht immer sofort. Aber immer dann, wenn etwas sie belastet und sie alleine nicht weiterkommen. Darauf bin ich stolz und es macht mich glücklich, dass meine Kinder sich mir anvertrauen.

Ich bat Sie, sich in meine Situation zu versetzen und mir zu sagen, wie Sie auf die Erzählungen des Kindes reagieren würden.

Zum einen, meinten Sie, solle man Kindererzählungen nicht so viel Gewicht beimessen und nicht so viel Beachtung schenken. Wie bitte?

Sie sagten mir, dass Ihr Enkel wie Zicke2 eine dritte Grundschulklasse besucht. Der Junge würde so gut wie nie etwas von der Schule erzählen. Frage man ihn, würde er sagen, dass es niemanden was angeht, was dort passiert. Erzähle er doch mal was von Problemen, sage man ihm, dass er sich arrangieren müsse.

Armes Kind.

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